Eine Lungenarterienembolie kann tückisch sein

Patient hat Kurzatmigkeit und Luftnot zu lange als Anzeichen einer Coronaerkrankung angesehen. Symptome müssen abgeklärt werden.

Jürgen Fiefhaus leidet an einer Thrombose der tiefen Beinvene. Jetzt freut er sich über die sichere Klärung dieser Diagnose, auch wenn er weiß, dass diese ihn sein weiteres Leben begleiten wird. Schon vor mehreren Wochen merkte der 54-jährige Neuenkirchener, dass ihm sein Training auf dem Rudergerät zu Hause oder das Radfahren immer schwerer fielen. Anfangs hielt er die fehlende Belastbarkeit noch für eine vorübergehende Phase. Doch mit der Zeit musste er sich immer häufiger ausruhen, zum Beispiel, wenn er zwei Etagen Treppen gestiegen ist. Als in seinem Bekanntenkreis das Coronavirus um sich griff, dachte er zunächst, dass seine Symptome auf eine Coronaerkrankung zurückzuführen sind. Doch Tests waren immer negativ.

In der ersten Maiwoche ist er dann mit anderen Schalke-Fans mit dem Fahrrad von Neuenkirchen nach Gelsenkirchen gefahren. „Mein Bruder war besser als ich und das ist untypisch“, musste Fiefhaus feststellen. Deshalb wollte er der Sache auf den Grund gehen und hat sich bei seiner Hausärztin vorgestellt. Nach einer Blutuntersuchung war schnell klar, dass Fiefhaus dringend in einem Krankenhaus weiter behandelt werden musste. Die Ärztin erkannte Anzeichen für eine akute Erkrankung des Herzens und eine Thrombose.

Chefarzt Dr. Bernd Krabbe leitet am UKM Marienhospital Steinfurt (UKM MHS) die Abteilung Angiologie. Mittels einer Ultraschalluntersuchung und einer Computertomographie war die Ursache für Fiefhaus Erkrankung schnell gefunden. Er leidet unter einer Thrombose der tiefen Beinvene. Ein Gerinnsel hat sich gelöst und ist über das Herz in die Lunge gewandert. „Eine Lungenarterienembolie kann tückisch sein“, sagt Krabbe. Die Anzeichen sind häufig nicht eindeutig und führen je nach Ausmaß zu unterschiedlichen Beschwerden. So können neben der fehlenden Belastbarkeit auch Luftnot, Herzrasen, trockener Husten, Schmerzen im Brustkorb oder ein kurzer Bewusstseinsverlust auftreten. Dabei wächst die Gefahr eines Herz-Kreislauf-Versagens, je länger die Lungenartierenembolie verschleppt wird und unbehandelt bleibt. Er bemerkt weiter, „nur, weil Herr Fiefhaus so viel Sport macht, hat sein Kreislauf in den letzten Wochen die Belastung mitgemacht. Untrainiert wäre er nicht mit dem Fahrrad in Gelsenkirchen angekommen. Das hätte auch anders ausgehen können.“

Dr. Krabbe bestätigt, dass bei Patienten, die am Coronavirus erkranken vermehrt Thrombosen und Lungenembolien festgestellt werden. Doch er sieht auch andere Patienten bei denen sich eine Lungenarterienembolie nach einer Thrombose entwickelt hat. Er nennt ein Beispiel: „Während einer langen Flugreise kann sich ein Gerinnsel aus der Beinvene lösen und die Blutgefäße in der Lunge verschließen.“

Um Klarheit über die Ursachen von Kurzatmigkeit und Luftnot zu bekommen, rät er zur Abklärung. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann eine Thrombose sicher festgestellt und mit der richtigen Therapie begonnen werden. Dazu gehören in der Regel blutverdünnende Medikamente, die die Bildung von Gerinnseln verhindern und bereits bestehende Gerinnsel wieder auflösen.

Foto (UKM MHS/scho): Dr. Bernd Krabbe (links) diagnostizierte anhand einer Ultraschalluntersuchung die Thrombose bei Patient Jürgen Fiefhaus und konnte dann die passende Therapie einleiten.

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