Was leuchtet, ist gut durchblutetes Gewebe

Für bessere Heilungsverläufe nach einer Darm-OP bringt ein Farbstoff schnelle Sicherheit

Mit einem einfachen Verfahren schaffen Ärztinnen und Ärzte des Darmzentrums am UKM Marienhospital Steinfurt (UKM MHS) für ihre Patienten die optimalen Voraussetzungen zur Heilung nach einem Eingriff. In der Region gehört das UKM MHS zu den ersten deutschen Kliniken die das Verfahren einsetzen.

Zufriedene Gesichter am OP-Tisch im Saal 1 des Steinfurter Krankenhauses. Ärzte und Pflegekräfte sehen gespannt auf die beiden Bildschirme über dem OP-Tisch, auf dem gerade ein an Darmkrebs erkrankter Patient operiert wird. Der Eingriff erfolgt in einem minimalinvasiven Verfahren. Nur drei kleine Bauchschnitte sind notwendig, um den Tumor sicher zu entfernen. „Ein Sichtkanal und zwei Arbeitskanäle ermöglichen es uns, die Operation so schonend wie möglich durchzuführen“, erklärt Chefarzt Dr. Reiner Schürmann (Allgemein- und Viszeralchirurgie am UKM Marienhospital Steinfurt).

Die Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist fast abgeschlossen. Schürmann lässt ein Kontrastmittel injizieren und blickt dann ebenfalls auf den Bildschirm des neuen Laparoskopieturms, mit dem er das Operationsfeld dank digitaler Vergrößerung noch genauer beurteilen kann. Das OP-Feld leuchtet in Blau.

Der Farbstoff Indocyaningrün (ICG) leuchtet unter Nahinfrarotlicht bläulich-violett auf. Diese Eigenschaft machen sich Ärzte zu Nutze, um die Durchblutung von Körpergewebe zu beurteilen. Schürmann erklärt: „Wo es leuchtet, strömt Blut.“ ICG ist ein ungefährlicher Farbstoff. Er wird in die Vene des Patienten gespritzt und gelangt schnell in den gesamten Körper, sogar in die kleinsten Gefäße (Adern).

„Eine gute Wundheilung nach einer Darmoperation ist die wichtigste Voraussetzung für eine schnelle Genesung“, sagt Dr. Reiner Schürmann. Er leitet das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte Darmkrebszentrum im Steinfurter Krankenhaus.

Bislang wurde das schon präparierte Gewebe nur in Augenschein genommen. Dank der Erfahrung der Operateure konnten sie in 99% der Fälle sehen, ob die Areale, die mit einer Naht verbunden werden sollen, gut durchblutet sind. Die Ärzte fürchten die Komplikationen, die von Nahtbrüchen oder Nahtundichtigkeiten ausgehen können. Jetzt schafft die neue Technik noch mehr Sicherheit für Ärzte und vor allem Patienten. Ganz präzise können die Ärzte das verbliebene Gewebe so aufbereiten, dass optimale Voraussetzungen für die Heilung einer neuen Darmverbindung gegeben sind.

Schürmann signalisiert seinem OP-Team, dass nun der nächste Schritt der Operation erfolgen kann: Nach der Entfernung eines Darmtumors können die verbliebenen gesunden Darmabschnitte wieder miteinander verbunden werden.

Foto (UKM MHS): Dr. Reiner Schürmann schaut auf den Bildschirm, um die Durchblutung des Gewebes zu beurteilen. So kann er die bestmöglichen Voraussetzungen für eine komplikationsfreie Wundheilung schaffen.

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