Delir verhindern

Medizinische Studie hilft älteren Patienten

Die Statistik ist deutlich: „Wer älter als 70 ist und operiert werden muss, der wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent mit einem Delir zu kämpfen haben“, sagt Christoph J. Konermann, Sektionsleiter der Geriatrischen Frührehabilitation am UKM Marienhospital Steinfurt (MHS). Dieser Zustand akuter Verwirrtheit lässt sich durch spezielle pflegerische und medikamentöse Interventionen jedoch reduzieren oder gar verhindern. Wie stark dieser Einfluss ist, das untersuchen die Mitarbeitenden von Kompass D2 am UKM MHS.

Kompass D2 – das steht für „KOMplikationsmanagement und Prävention im Ambulanten und Stationären Sektor Demenz und Delir“ und ist eine wissenschaftliche medizinische Studie des Uniklinikums Münster, an der sich das UKM MHS zusammen mit fünf weiteren Krankenhäusern der Region beteiligt. Von der ärztlichen Seite betreuen Dr. Wolfram Kraft und Christoph J. Konermann das Projekt. Silke Fürniß und Iris Hartmann sind ausgebildete „Pflegeexpertinnen in Demenz“ und die beiden Ansprechpartnerinnen des Projektes, wenn es um präventive Pflegemaßnahmen geht, die ein Delir verhindern sollen.

Möglichst jedem Patienten ab 70 Jahren wird bei der Aufnahme im Krankenhaus ein Test angeboten, der sein Delir-Risiko bewertet. „Allen Risiko-Patienten bieten wir anschließend an, an der Studie teilzunehmen“, sagt Iris Hartmann. Dr. Wolfram Kraft als begleitender Studienarzt erklärt: „Wir halten dreimal wöchentlich eine Fallbesprechung mit den Experten des Uniklinikums Münster ab.“

„Bisher wird die Teilnahme an der Studie von den Patienten sehr gut angenommen“, sagt Pflegeexpertin Hartmann. Das Risiko eines Delirs sei vielen Patienten gar nicht bewusst. „Auch die Angehörigen sind uns daher dankbar für die Aufklärungsarbeit. Patienten mit Delir bleiben durchschnittlich elf Tage länger im Krankenhaus“, erklärt Silke Fürniß und nennt weitere alarmierende Zahlen. „Während des Delirs ist die Sterblichkeit um das 20-fache erhöht. Knapp die Hälfte der Delir-Patienten kann später nicht mehr selbstständig zu Hause leben, sondern ist auf ein Pflegeheim angewiesen.

Sie können helfen

Derzeit wünscht sich das Kompass-D2-Team Kalenderuhren für die Nachtschränke, die bei den Patienten des UKM MHS für mehr Orientierung und Sicherheit sorgen und damit zur Deliprävention beitragen sollen. „Das würde unsere Arbeit wunderbar ergänzen, wir würden uns über Spenden sehr freuen“, sagt Iris Hartmann. Diese nimmt der „Förderverein für das Steinfurter Krankenhaus“ an, unter dem Stichwort „Delirprävention“, Kreissparkasse Steinfurt, IBAN: DE14 4035 1060 0073 7741 19.

Foto (UKM MHS):  Das Team der Delirprävention am UKM MHS, von links: Dr. Wolfram Kraft, Iris Hartmann, Silke Fürniß und Christoph J. Konermann.

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