Wenn das Herz stolpert und rast

„Vorhofflimmern ist eine Erkrankung des Alters“, sagt Chefarzt Dr. Stefan Lange, Kardiologe am UKM Marienhospital Steinfurt.

Beim Vorhofflimmern gerät das Herz aus dem Takt. Die Anzahl der zusätzlichen Impulse führt dazu, dass das Herz aus dem regelmäßigen Sinusrhythmus kommt und der Puls mitunter auf mehr als 160 Schläge pro Minute steigt. Die Folgen: Das Herz wird geschwächt und nicht selten kann das Blut nicht mehr ausreichend in die Lunge und den Körperkreislauf gepumpt werden. Außerdem können sich Blutgerinnsel im Herzen bilden. Lange: „Vorhofflimmern ist eine sehr ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich für Herz und Gehirn werden kann, mit Herzschwäche und Schlaganfall.“

Von der Herzrhythmusstörung sind in Deutschland über 1,8 Millionen Menschen betroffen, Tendenz steigend. Liegt die Häufigkeit bei den über 60-jährigen schon bei fünf Prozent, so steigt sie bei den über 80-jährigen sogar auf zirka 15 Prozent. Herzstolpern, Herzrasen, aber auch ein Druckgefühl im Brustkorb oder Leistungsschwäche bei leichten Tätigkeiten können Anzeichen der Herzerkrankung sein. Bei diesen Beschwerden sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Chefarzt Dr. Stefan Lange ist Kardiologe am UKM Marienhospital Steinfurt. Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Bernd Krabbe leitet er den Bereich Innere Medizin / Herz-Kreislauf-Medizin. Im Rahmen einer Patientenveranstaltung erläuterten die Experten Anzeichen, Ursachen, Gefahren und Therapiemöglichkeiten des Vorhofflimmerns. Mit Hilfe von speziellen Herzkathetern kann z.B. der Ursprung der Rhythmusstörung vom restlichen Herzen isoliert werden. „Wir fangen damit die chaotischen Impulse ein“, sagte Lange.

Ein weiterer Behandlungsbaustein ist die regelmäßige Einnahme von Gerinnungshemmern, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Denn bis zu 30 Prozent der Schlaganfälle gehen auf ein Vorhofflimmern zurück. Krabbe erläuterte: „Wegen des unregelmäßigen Herzschlags können sich im Herzen in einer Ausbuchtung, dem Vorhofohr, Blutgerinnsel bilden.“ Werden diese mit dem Blutstrom weitertransportiert und gelangen in den Kopf, können sie ein Hirngefäß verstopfen. Der Gefäßexperte stellte die beiden aktuellen Verfahren der medikamentösen Gerinnungshemmung vor.

Zur Herzrhythmustherapie werden auch Herzschrittmacher eingesetzt. Oberarzt Norbert Rücker zeigte, welche Fortschritte in diesem Bereich in den vergangenen Jahren erzielt worden sind. „Die modernen Geräte haben eine Wächterfunktion und werden nur noch dann aktiv, wenn das Herz den eigenen Rhythmus nicht halten kann.“ Bei Patienten mit Vorhofflimmern kommen Schrittmacher nur in seltenen Fällen zu Einsatz.

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