„Jeder Tag ist eine Wundertüte“

Seit zehn Jahren bietet das Ermgard-von-Solms-Haus Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ein Zuhause.

 

Steinfurt (ukm-mhs/scho). „Wir arbeiten in den Wohnungen der Menschen und sind hier zu Gast“, sagt Birgit Varwick-Bautsch. Sie leitet das Ermgard-von-Solms-Haus in Steinfurt, eine ambulante Einrichtung mit zwei Wohngruppen für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Der Satz ist für sie und ihre 20 Mitarbeiter der zentrale Leitsatz.

Im November 2008 sind die ersten Bewohner in das neu geschaffene Gebäude an der Nordwalder Straße eingezogen. Genau zehn Jahre später erinnert sich Varwick-Bautsch gerne an die ersten Wochen. Sie sagt: „Wir legen Wert auf den zu-Hause-Charakter der Wohngruppen.“ Die Bewohner werden deshalb auch heute noch in die häuslichen Abläufe der Wohngemeinschaft einbezogen. Feste Alltagsrituale und die Tagesroutine geben den Bewohnern Sicherheit und vermitteln Vertrauen und Geborgenheit.

„Einige Bewohner erinnern sich an sich selbst nur in jungen Jahren“, erzählt die Leiterin des Hauses. Portraitfotos aus früheren Zeiten dienen daher als Orientierung, um das eigene Zimmer zu finden. An jedem Tag kann eine traumatische Erinnerung aus der Vergangenheit den Bewohner einholen – und stellt damit auch die Mitarbeiter vor neue Herausforderungen. „Jeder Tag ist eine Wundertüte“, sagt Varwick-Bautsch.

Die Zusammenarbeit mit den Angehörigen ist ein fester Bestandteil des Lebens in den Wohngruppen. Sie können nicht nur jederzeit zu Besuch kommen, sondern gehen mit den Bewohnern spazieren und begleiten sie bei Arztbesuchen.

Andreas Hesener ist Geschäftsführer des Familienwirtschaftsrings in Münster (FWR). Er sagt: „Als Investor und Vermieter haben wir mit diesem Angebot vor zehn Jahren Neuland betreten.“ Die Wohngruppen für Menschen mit Demenz sind für ihn eine Alternative zur Heimunterbringung, wenn Betroffene sich in ihrer häuslichen Umgebung nicht mehr selbstständig versorgen können.

Wie wird sich das Ermgard-von-Solms-Haus (EVS) weiter entwickeln? Hesener und Varwick-Bautsch machen die Erfahrung, dass die Familien sich seit wenigen Jahren erst in einer späteren Lebensphase um einen Platz im EVS bemühen. Das höhere Alter und die steigende Pflegebedürftigkeit der Bewohner erfordert die Einbeziehung von ambulanten Pflegediensten in die Betreuung. Varwick-Bautsch: „Wir halten daran fest, dass das EVS für unsere Bewohner der letzte Wohnort ist.“ Auch wenn der Pflegebedarf steigt, sollen die Bewohner nicht noch einmal in eine andere Einrichtung wechseln müssen.

 

Foto: Birgit Varwick-Bautsch (UKM Marienhospital Steinfurt) und Andreas Hesener (Familienwirtschaftsring) blicken gemeinsam auf die zehn Jahre seit Bestehen des Ermgard-von-Solms-Hauses zurück.

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