Hämorrhoiden: Scham überwinden und Tabus brechen

Der deutsche Magen-Darm-Tag (2.11.2019) steht in diesem Jahr unter dem Motto „Beschwerden am Po? Nicht aussitzen!“ Mediziner, die sich auf Erkrankungen des Enddarms spezialisiert haben, rücken damit ein Tabuthema in den Fokus.

Steinfurt (ukm-mhs/scho). Dr. Maike Schäfer ist eine von ihnen. Am UKM Marienhospital Steinfurt arbeitet die Oberärztin in der Klinik für Chirurgie – Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Wer zu mir in die Sprechstunde kommt, hat den wichtigsten Schritt schon getan“, sagt Maike Schäfer. Ihr Schwerpunkt sind Erkrankungen des Enddarms (Proktologie). Schäfer weiß aus vielen Patientengesprächen, dass es nicht leicht fällt, über Beschwerden rund um den Stuhlgang zu sprechen. Ihr gelingt es aber sehr schnell, im Patientengespräch einen Zugang zu diesem Tabuthema zu finden. Maike Schäfer unterstreicht: „Das Tabu ist schnell gebrochen, wenn die Patienten erfahren, dass es sich bei diesen Enddarmbeschwerden um ein sehr häufiges und weit verbreitetes Krankheitsbild handelt.“

Schäfer erklärt, dass sogenannte Gefäßpolster (Hämorrhoiden) die Abdichtung des Enddarms nach außen sicherstellen. Sie sorgen dafür, dass sowohl feste als auch flüssige oder aber gasförmige Körperinhalte zurückgehalten oder abgegeben werden können. Viele Menschen über 30 Jahren haben Probleme mit Hämorrhoiden, dann spricht man vom sogenannten Hämorrhoidalleiden. Dieses äußert sich zum Beispiel durch Juckreiz, Blutungen oder Stuhlschmieren. Schäfer erklärt: „Häufig wissen meine Patienten nicht, dass Störungen bei der Darmentleerung zu einer Vergrößerung der Hämorrhoidenpolster führen können.“ Als Beispiel nennt die Fachärztin zu starkes Pressen beim Toilettengang. Auch eine chronische Verstopfung kommt als Ursache in Frage.

Es müssen jedoch längst nicht alle Patienten operiert werden. Zunächst können durch Ernährungsumstellung auf ballaststoffreiche Kost und die Erhöhung der Trinkmenge die Beschwerden gelindert werden. Maike Schäfer empfiehlt ihren Patienten eine Änderung der Gewohnheiten beim Toilettengang, sowie ausreichende körperliche Aktivität.

Ein weiteres Tabuthema ist die Stuhlinkontinenz. Sie kann zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität führen. Auch hierbei gibt es viele neue Therapiemöglichkeiten, welche die Lebensqualität deutlich verbessern können. Aber auch andere Erkrankungen im Enddarmbereich sind sehr verbreitet. Schäfer warnt, dass längst nicht jede Blutung im Enddarmbereich ihre Ursache in einem Hämorrhoidalleiden hat. In einigen Fällen kann auch eine bösartige Darmerkrankung vorliegen. Das Fazit von Maike Schäfer: „Deshalb ist es besonders wichtig, die Schamgrenze zu überwinden und mit Enddarmbeschwerden frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen.“ So können bösartige Erkrankung des Enddarmes früh erkannt und behandelt werden.

Bild

An einem Modell des Enddarms zeigt Oberärztin Dr. Maike Schäfer aus dem UKM Marienhospital Steinfurt verschiedene Stadien von Hämorrhodialerkrankungen.

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